Autofahren im Schwarzwaldwinter
Sicher unterwegs bei Eis und Schnee
Besonderheiten im Schwarzwaldwinter
Der Schwarzwald kombiniert steile Anstiege, enge Serpentinen und schattige Waldpassagen – genau die Mischung, bei der sich Glätte besonders häufig bildet. Selbst wenn im Tal schon Tauwetter herrscht, können höher gelegene Abschnitte wie die Schwarzwaldhochstraße, der Kandel oder die Umgebung rund um Freudenstadt noch vereist oder verschneit sein. Hinzu kommt dichter Nebel, der im Schwarzwald für schlechte Sicht sorgt und das Einschätzen der Fahrbahn zusätzlich erschwert.
Typische Schwarzwald-Faktoren:
- Längere Steigungs- und Gefällestrecken mit zum Teil engen Kurven.
- Schattige Waldstücke, in denen Eis ganztägig liegen bleibt.
- Plötzliche Wetterwechsel zwischen Tal und Höhenlagen (Regen, Schnee, Schneeregen, Nebel).
- Schmale Straßen ohne großen Seitenstreifen, oft mit steilen Böschungen.
Inhaltsverzeichnis
- Besonderheiten im Schwarzwaldwinter
- Vorbereitung und Ausrüstung
- Warum Schnee, Eis und Nebel so gefährlich sind
- Fahrtechnik: bergauf, bergab und in Kurven
- Bremsen, Anfahren und Geschwindigkeit bei Glätte
- Was tun bei Steckenbleiben im Schnee?
- Mietwagen im Schwarzwaldwinter
- Aktuelle Informationen und nützliche Kontakte
- Wann Sie besser nicht fahren
- Nach der Fahrt: Pflege nicht vergessen
Vorbereitung und Ausrüstung
Noch bevor Sie sich auf winterliche Straßen begeben, sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Fahrzeug richtig ausgestattet ist. Eine gute Vorbereitung kann nicht nur Zeit sparen, sondern im Notfall auch entscheidend sein.
Winterausrüstung fürs Auto:
- Eiskratzer und Schneebesen (niemals mit heißem Wasser enteisen – Scheiben können springen!)
- Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage (mindestens -20°C)
- Abdeckfolie für die Frontscheibe bei Nacht
- Starthilfekabel und Warndreieck
- Warme Decke und Handschuhe (bei längeren Wartezeiten oder Pannen)
- Taschenlampe mit frischen Batterien
- Handy vollständig geladen und wichtige Notfallnummern gespeichert (Pannendienst, Polizei 110)
Schneeketten können auf bestimmten Schwarzwald-Strecken bei entsprechender Beschilderung (rundes blaues Schild mit Schneeketten-Symbol) vorgeschrieben sein. Falls Sie Schneeketten benötigen, besorgen Sie diese rechtzeitig in Autohäusern oder Tankstellen und üben Sie das Anlegen vorab auf trockenem Boden – im Notfall bei Schnee und Kälte ist es deutlich schwieriger.
Warum Schnee, Eis und Nebel so gefährlich sind
Schnee, Schneematsch und Glatteis verringern die Reibung zwischen Reifen und Fahrbahn drastisch, sodass sich der Bremsweg leicht auf ein Mehrfaches verlängert. Auf Schneefahrbahn kann der Anhalteweg etwa drei- bis viermal so lang sein wie auf trockener Straße, bei Glatteis sogar bis zu siebenmal oder mehr. Wenn Temperaturen um den Gefrierpunkt schwanken, taut Schnee tagsüber an und gefriert nachts wieder – dann reicht eine dünne, kaum sichtbare Eisschicht, um das Fahrzeug ins Rutschen zu bringen.
Bremsweg-Vergleich bei 50 km/h bei verschiedenen Fahrbahnzuständen
| Fahrbahnzustand | Bremsweg (ca.) | Faktor |
|---|---|---|
| Trockener Asphalt | ~ 12 Meter | 1x |
| Nasse Fahrbahn | ~ 15 Meter | 1,3x |
| Festgefahrene Schneedecke | ~ 35 Meter | 3x |
| Spiegelglattes Eis | ~ 80 – 120 Meter | bis zu 10x |
Hinweis: Diese Werte beziehen sich auf eine Ausgangsgeschwindigkeit von 50 km/h und können je nach Fahrzeug, Reifen und konkreten Bedingungen variieren. Moderne Assistenzsysteme wie ABS helfen, die Kontrolle zu behalten, können den verlängerten Bremsweg jedoch nicht verhindern.
Nebel verstärkt das Risiko zusätzlich:
- Sicht stark reduziert, Hindernisse werden später erkannt.
- Blendgefahr durch falsche Lichtwahl (Fernlicht im Nebel verschlechtert die Sicht).
- Sicherheitsabstände werden oft unterschätzt, obwohl der Bremsweg länger ist.
Fahrtechnik: bergauf, bergab und in Kurven
Im Schwarzwald lohnt es sich, Fahrt und Gänge vorausschauend zu planen, statt hektisch zu bremsen oder zu beschleunigen. Auf schneeglatter Fahrbahn sollten Sie Steigungen mit möglichst gleichmäßigem Tempo und niedriger Drehzahl hochfahren und frühzeitig einen geeigneten Gang wählen, damit die Räder nicht durchdrehen. Beim Bergabfahren hilft ein niedriger Gang, das Tempo über die Motorbremse zu kontrollieren, während Sie nur leicht bremsen und ruckartige Pedaltritte vermeiden.
In Kurven gilt:
- Vor der Kurve bremsen, in der Kurve nicht mehr scharf bremsen oder stark lenken.
- Weit vorausschauend fahren und sich an Markierungen am rechten Fahrbahnrand orientieren, wenn die Sicht schlecht ist.
- Genügend Abstand zum Vordermann halten, da dessen Bremsmanöver auf glatter Fahrbahn stärker wirken.
Bremsen, Anfahren und Geschwindigkeit bei Glätte
Moderne Fahrzeuge verfügen meist über ABS, das ein Blockieren der Räder beim Bremsen verhindert und durch ein spürbares Pulsieren des Pedals bemerkbar wird. Trotzdem verlängert sich der Bremsweg bei Schnee und Eis erheblich, weshalb mehr Sicherheitsabstand und frühzeitiges, dosiertes Bremsen entscheidend bleiben. Bei sehr glatter Fahrbahn kann eine Vollbremsung mit ABS die Kontrolle verbessern, ersetzt aber nicht das vorausschauende Fahren.
Beim Anfahren:
- Schaltgetriebe: möglichst im zweiten Gang anfahren, Kupplung langsam kommen lassen, Gas nur vorsichtig dosieren.
- Automatik: Fahrstufe einlegen, mit minimalem Gaseinsatz anrollen, bei Bedarf Anfahrhilfen oder Wintermodus nutzen.
Die passende Geschwindigkeit:
- Es gibt keinen festen „Winter-km/h-Wert“, maßgeblich sind Sicht, Fahrbahnzustand und Verkehrsdichte.
- Auf schneeglatten oder vereisten Straßen ist es sinnvoll, deutlich unter den ausgeschilderten Höchstgeschwindigkeiten zu bleiben und Abstände großzügig zu wählen.
Was tun bei Steckenbleiben im Schnee?
Wenn Sie trotz aller Vorsicht im Schnee steckenbleiben, bewahren Sie Ruhe und vermeiden Sie wildes Gasgeben – das lässt die Räder nur durchdrehen und gräbt das Fahrzeug tiefer ein.
Die passende Geschwindigke Praktische Sofortmaßnahmen:
- Fußmatten, Zweige oder Kies unter die antreibenden Räder legen, um Grip zu schaffen.
- Vorsichtig ’schaukeln‘: Abwechselnd einen Meter vor und zurück fahren, um sich freizuarbeiten.
- Im Notfall Hilfe rufen: Pannendienst (ADAC: 089 20 20 40), Polizei (110) oder örtliche Abschleppdienste.
- Wenn Sie länger warten müssen: Motor gelegentlich laufen lassen, um warm zu bleiben, aber darauf achten, dass der Auspuff frei von Schnee ist (Kohlenmonoxidgefahr).
Mietwagen im Schwarzwaldwinter
Mietwagen in Deutschland müssen bei winterlichen Straßenverhältnissen mit wintertauglichen Reifen unterwegs sein; ohne passende Bereifung drohen Bußgelder und Haftungsprobleme. In Deutschland gilt eine witterungsabhängige Winterreifenpflicht, sodass bei Schnee, Eis oder Reifglätte Winterreifen beziehungsweise Ganzjahresreifen mit entsprechendem Symbol vorgeschrieben sind. Viele Vermieter erheben für Winterreifen einen Zuschlag, sorgen aber in der Wintersaison in der Regel dafür, dass ihre Fahrzeuge passend ausgerüstet sind.
Wenn Sie einen Mietwagen im Schwarzwald nutzen, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Vor Fahrtantritt kontrollieren, ob Winterreifen montiert sind und ausreichende Profiltiefe vorhanden ist.
- Assistenzsysteme (ABS, ESP, Berganfahrhilfe, Fahrmodi) kurz kennenlernen und ggf. in einen komfort- oder Eco-Modus wechseln statt in Sportprogramme.
- Die ersten Kilometer defensiv fahren und Bremsen sowie Lenkverhalten vorsichtig testen, bevor es in steilere Abschnitte geht.
Bei Unfällen oder Schäden kann sich grob fahrlässiges Verhalten – etwa deutlich überhöhte Geschwindigkeit bei erkennbar glatter Straße – negativ auf den Versicherungsschutz auswirken. Dokumentierte Wetter- und Verkehrslagen (z. B. gesperrte Strecken, Unwetterwarnungen) helfen, wenn Abholung oder Rückgabe sich verzögern und Sie mit der Autovermietung eine Lösung finden müssen.
Aktuelle Informationen und nützliche Kontakte
Verschaffen Sie sich bereits vor der Fahrt einen Überblick über die aktuellen Straßenverhältnisse im Schwarzwald. Viele Webcams an Pässen und Höhenlagen zeigen live, wie die Situation vor Ort aussieht.
Nützliche Informationsquellen:
- Verkehrsinformationen Baden-Württemberg: www.verkehrsinfo-bw.de
- Deutscher Wetterdienst (DWD): Unwetterwarnungen und Straßenwetterberichte
- Schwarzwald Webcams: Viele Tourismusseiten bieten Live-Bilder von Pässen und Höhenlagen
- Pannenhilfe ADAC: 089 20 20 40 (aus dem Ausland: +49 89 22 22 22)
- Polizei-Notruf: 110
Besonders kritische Schwarzwald-Strecken im Winter sind unter anderem die Schwarzwaldhochstraße (B500), die Zufahrten zum Feldberg, der Kandel sowie die Passstraßen rund um Freudenstadt und Titisee-Neustadt. Hier sollten Sie vor der Fahrt unbedingt die aktuellen Verhältnisse prüfen.
Wann Sie besser nicht fahren
Dauerhafter Eisregen, flächendeckendes Blitzeis oder extrem dichter Nebel sind Situationen, in denen selbst erfahrene Fahrer im Schwarzwald besser auf die Fahrt verzichten sollten. Wenn Straßen gesperrt werden oder offizielle Unwetter- und Glättewarnungen ausgegeben sind, ist es oft sicherer, Termine zu verschieben und das Auto stehen zu lassen, anstatt ein unnötiges Risiko einzugehen. Letztlich gilt: Kein beruflicher oder privater Termin rechtfertigt, die eigene Sicherheit oder die anderer Verkehrsteilnehmender bei Extremwetter aufs Spiel zu setzen.
Nach der Fahrt: Pflege nicht vergessen
Winterfahrten hinterlassen Spuren – Salz, Schnee und Matsch setzen dem Fahrzeug zu. Um Rostschäden vorzubeugen, sollten Sie Ihr Auto nach Fahrten auf gestreuten Straßen gründlich reinigen. Eine Unterbodenwäsche entfernt Salz und Schmutz aus schwer zugänglichen Bereichen und schützt langfristig vor Korrosion. Auch die Gummidichtungen an Türen und Kofferraum freuen sich über gelegentliche Pflege mit Gummipflegestiften, damit sie geschmeidig bleiben und nicht festfrieren.
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